Nachfolge & Hingabe

Gottes Botschaft in Reimform

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 25.01.2022

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Wir dürfen mit all unseren Fragen zu Gott kommen!

Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.

Hebräer 12,6

Ja, wenn`s am schlimmsten mit mir steht,
freu ich mich seiner Pflege;
ich weiß: Die Wege, die Er geht,
sind lauter Wunderwege.
Was böse scheint, ist gut gemeint;
Er ist doch nimmermehr mein Feind
und gibt nur Liebesschläge.

Frage: Haben Sie sich auch schon mal wie der Psalmist Asaf in Psalm 73,16 gefragt, warum es dem Gottlosen so gut geht – Sie aber durch viel Leid gehen müssen?

Zum Nachdenken: Es gibt den Spruch: `Abgerechnet wird zum Schluss` – und abgesehen vom Endgericht ist Gott `langsam zum Zorn` und es heißt auch in Römer 2,4, dass Gottes Güte Menschen zur Buße leiten soll. Bei geliebten Gotteskindern sieht es was anders aus: So wie Gold geläutert werden muss um wirklich rein und kostbar zu werden (1. Petrus 1,7), so erzieht uns Gott zu unserem Besten! Dazu kommen aber auch noch Satans Prüfungsforderungen (siehe Hiob sowie Petrus; Lukas 22,31). Lasst uns daran festhalten, dass `denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen` (Römer 8,28) und demütig wie Jesus in Lukas 22,42 `Ja, Vater` zu Gottes Wegen sagen!

Nachfolge, Hingabe und Treue

Inhalt

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(Mit obiger Navigationsleiste kann innerhalb des Nachfolgelieder-Menüs geblättert werden)


So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen

Nachfolgelied zu 2. Samuel 22,20



Und er führte mich aus in das Weite, er riß mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

2. Samuel 22,20 (Luther 1912)


1. So führst du doch recht selig, Herr,
die Deinen, ja selig und doch meist verwunderlich.
Wie könntest du es böse mit uns meinen,
da deine Treu nicht kann verleugnen sich?
Die Wege sind oft krumm und doch gerad,
darauf du läßt die Kinder zu dir gehen;
da pflegt es wunderseltsam auszusehn,
doch triumphiert zu letzt dein hoher Rat.

2. Dein Geist will nie auf die Gesetze bauen,
so die Vernunft und gute Meinung stellt;
des Zweifels Knoten kann dein Schwert zerhauen
und sanft auflösen, wie es dir gefällt.
du reißest wohl die stärksten Band entzwei;
was sich entgegensetzt, muß sinken hin;
ein Wort bricht oft den allerhärtesten Sinn:
dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei.

3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen,
teilt dein Verstand in Ost und Westen aus;
was mancher unter Joch und Last will biegen,
setzt deine Hand frei an der Sterne Haus.
Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft;
sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein;
ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein;
dein Geist bei den Toten Kraft und Leben schafft.

4. Will unsre Klugheit was fromm und selig preisen,
so hast du´s schon aus deinem Buch getan;
wo aber niemand will dies Zeugnis weisen,
da führst du in der Still selbst himmelan.
Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn
und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei.
Wer weiß, was öfters deine Absicht sei?
Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn?

5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen:
was nichts ist, hast du, großer Gott, recht lieb;
der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht taugen,
du gibst die Kraft durch deines Geistes Trieb.
Die besten Werke bringen dir kein Lob,
sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei;
wer Augen hat, sieht sie, doch nie so frei-
die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob.

6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet,
der du uns tötest und lebendig machst!
Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet,
so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst.
Die Weisheit spielt mit uns, wir spielen mit;
bei uns zu wohnen ist ihr lauter Lust,
die reget sich in deiner Vaterbrust
und gängelt uns mit zartem Kinderschritt.

7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen,
bald fährest du mit uns ganz säuberlich;
geschieht´s, daß unser Sinn sucht auszuschweifen,
so weist die Zucht uns wieder hin auf dich.
Da gehen wir dann mit scheuen Augen hin,
du reichst die Hand, wir sagen Beßrung zu;
drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh
und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn.

8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen,
die Unmacht und der Sinne Unverstand;
man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen,
wie es um schwache Kinder sei bewandt.
Drum greifst du zu und hältst und trägest sie,
brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu;
wo niemand meint, daß etwas deine sein,
da hegst du deine Schaf und läßt sie nie.

9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege,
dein Fuß wird selten öffentlich gesehn,
damit du sehst, was sich im Herzen rege,
wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehen.
Das Widerspiel legst du vor Augen dar
von dem, was du in deinem Sinne hast;
wer meint, er habe deinen Rat erfaßt,
der wird am End ein andres oft gewahr.

10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet,
gib mir des scharfen Blickes Sicherheit,
der die Natur von Gnade unterscheidet,
das eigne Licht von deiner Heiterkeit.
Laß doch mein töricht Herz dich meinstern nicht,
brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt;
erweck die Lust, die sich nur dir ergibt
und tadelt nie dein heimliches Gericht.

11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen
und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg,
so wollst du ihr Festung niederbrechen,
daß ihre Höhe sich beizeiten leg.
Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd,
das ich vor dich in Torheit bringen möcht,
womit ich gar dir zu gefallen dächt.
Ach selig, der dein Licht ergreift und findt!

12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen
und trag und heg und führ dein armes Kind!
Dein inneres Zeugnis soll den Zweifel stillen;
dein Geist die Furcht und Lüste überwind!
Du bist mein alles, denn dein Sohn ist mein;
dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir:
ich brenne nur nach dir in Liebsbegier.
Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein!

13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen,
kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich;
die Geister, dir vor dir vollendet grünen,
sind meine Brüder und erwarten mich.
Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz,
das dich und mich und alle Christen liebt!
Ist´s möglich, daß mich etwas noch betrübt?
Komm, Freudenquell! Weich ewig, aller Schmerz!


(Nachfolgelied, Autor: Gottfried Arnold (1666 - 1714))


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