Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 05.12.2020
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Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld

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1. Ein Christ, ein tapfer Kriegesheld,
voll Geist, voll Kraft und Stärke,
verleugnet sich, bezwingt die Welt,
zerstört des Satans Werke,
kämpft innerlich und außer sich
mit Teufel, Welt und Sünden
und kann doch überwinden.

2. Ach habe mich vorlängst gequält
und gab´s auch schier verloren,
bis Gott mich zu der Zahl gezählt,
die er aus sich geboren.
Wer will die Kraft die alles schafft,
und Christi Macht ergründen,
dadurch wir überwinden!

3. Ich sprach: Ich bin ein schwaches Kind,
wie alle Menschenkinder,
das in sich kein Vermögen findt,
ich bin ein armer Sünder.
Ach Gott, gib Rat, gib Will und Tat,
und laß mich Gnade finden,
so kann ich überwinden.

4. Ich war ein Mensch voll Eigensinn,
voll Eigenlieb und Ehre;
ich lebte nach den Lüsten hin
und nicht nach Christi Lehre.
Doch Gott sei Ehr, ich bin´s nicht mehr;
ich streite mit den Sünden
und will sie überwinden.

5. Kommt mir die alte Bosheit ein
und will noch lieblich schmecken,
soll Jesu Leiden, Kreuz und Pein
mich heilsamlich erschrecken;
die süße Lust in meiner Brust,
die liebsten Lieblingssünden,
die will ich überwinden.

6. Will Menschenfurcht und Menschengunst
Leid oder Freude machen,
üb ich die edle Streiterkunst,
verachte Drohen, Lachen;
ihr Haß und Gunst ist lauter Dunst
und muß wie Rauch verschwinden;
drum will ich überwinden.

7. Leb ich in steter Traurigkeit,
sind wenig gute Stunden
in meiner kurzen Lebenszeit,
ich habe Gott gefunden;
der tröstet mich gar süßiglich,
der kann den Schmerz verbinden,
und ich will überwinden.

8. Ja, muß ich auch bis auf das Blut
mit Gott wie Jakob ringen,
so will ich mit des Glaubens Mut
den Allerstärksten zwingen;
kann ich zur Stund aus seinem Mund
nicht bald den Trost empfinden,
noch will ich überwinden.

9. Mir geht der Tod nicht bitter ein,
ich bin schon längst gestorben;
er soll mir gar willkommen sein,
das Haus nur wird verdorben.
Gott muß den Gast der Erdenlast
auf solche Art entbinden,
das hilft mir überwinden.

10. Das Kleinod ist mir vorgesteckt,
ich soll nur tapfer kämpfen.
Drum bleibt mein Arm stets ausgestreckt,
mit Gott den Feind zu dämpfen.
Nur unverzagt und frisch gewagt!
Ich seh die Krone binden,
drum will ich überwinden.


(Lied, Autor: Autor unbekannt (1709)