Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 21.10.2020
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Ich bin bei allem Kummer stille

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1. Ich bin bei allem Kummer stille,
der mir auf meinem Herzen liegt.
Es ist des lieben Gottes Wille,
der mich zu seiner Zeit vergnügt;
denn dieser Trost ist mir bekannt:
Es ändert´s meines Gottes Hand.

2. Er kann es tun, drum will ich hoffen;
er will es tun, so trau´ich drauf.
Sein Vaterherz steht immer offen,
und er nimmt meine Seufzer auf.
Sein Wort ist mir ein sichres Pfand;
da stärkt mich meines Gottes Hand.

3. Es kann nicht jeder Wunsch gelingen,
den man sich etwa ausgedacht.
Man sieht, wer´s mit Gewalt will zwingen,
daß der nur Übel ärger macht.
Doch was mir fehlt, ist Gott bekannt:
Es hilft mir meines Gottes Hand.

4. Die rechte Stunde wird schon kommen,
wo seine Hilfe mich erfreut.
Ich weiß, daß endlich doch den Frommen
der Wunsch des Herzens wohl gedeiht.
So hält mein Glaube festen Stand:
Mich segnet meines Gottes Hand.

5. Will´s Gott, so stellet sich schon morgen
der Segen meiner Hoffnung ein,
und wird von allen meinen Sorgen
kein Stäubchen ferner übrig sein.
So hab´ich ein gelobtes Land;
Es krönt mich meines Gottes Hand.

6. Geduld! will ich indessen sprechen;
Geduld! wenn sich´s noch will verziehn;
Geduld! die Zeit wird Rosen brechen,
die mir aus Gottes Liebe blühn.
Dabei verharr´ ich unverwandt:
Bald ändert´s meines Gottes Hand.


(Lied, Autor: Erdmann Neumeister (1671 - 1756))