Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 22.06.2021
URL: www.christliche-gedichte.de?pg=10068

Hören

zurück zum
Beitrag


Hat in unsern lauten Tagen
Gott uns Menschen was zu sagen?
Früher schickte er Propheten.
Doch will er heut noch zu uns reden?

Hast Du Gott schon mal gehört
oder ist der Empfang gestört?
Ist Dein Herz für Gott noch frei
oder ist Dir einerlei,
was er sagt, und was er will?
Hast Du wirklich schon zuviel
um die Ohren und im Kopf?
Steckt in Deinem Ohr ein Propf?

Stimmen dringen an Dein Ohr,
wen hörst Du, wen läßt Du vor?
Darf Gott mehr als andre sagen?
Darf er ganz persönlich fragen?
Er hat sich ans Wort gebunden
und im Wort wird er gefunden.

Alte Worte - sie treffen noch heut.
Gottes Worte überdauern die Zeit.
Mehr als nur Buchstaben auf Papier,
Worte mit Wirkung - Gott bürgt dafür.
Wie Dynamit, wie unbändige Kraft.
Der Geist machts lebendig, er wirkt und schafft.

Rechnen wir noch mit diesem Geist,
glauben wir, was sein Wort verheißt?
Stellen wir uns unters Wort
oder streichen wir mal hier, mal dort,
was uns nicht paßt, ganz heimlich aus?
Und was uns ärgert, reißen wir raus?

Heute noch ist aktuell,
was Gott dem Volke Israel,
schon damals in das Stammbuch schrieb,
als es sich selbst ins Unglück trieb.

"Ein Tier, das kennt stets seinen Herrn,
es hört auf ihn und folgt ihm gern.
Doch mein Volk, oh, das hört mich nicht!"
klagt Gott, als er durch Jesaja spricht.

"Sie machen grad nur, was sie wollen
und denken, -Gott wird schon nicht grollen,
wenn wir mit Opfern und mit Festen
ihn gnädig stimmen, uns zum besten.-"

Doch Gott hört weg, er spielt nicht mit,
denn sein Volk sieht nur den Profit.
Solange Sein und Schein sich beißen,
und sie der Armen Recht zerreißen,
solange wird Gott nicht mehr hören.
Gott läßt nicht untern Teppich kehren.

Er hat mit seinem Volk zu reden
und schickt Jesaja, den Propheten.
Der sagt ganz klar, was Gott gefällt
und zeigt dem Volk, was bei ihm fehlt.

Gutes tun und Unrecht lassen,
das würde Gottes Volk gut passen.

Und wir - wie sieht´s bei uns denn aus?
Sind unsre Feste Gott ein Graus?
Die Opfer, sind sie ihm willkommen?
Haben wir Gott ernst genommen?

Vielleicht haben wir deshalb das Hören verlernt,
weil wir uns von Gottes Wort entfernt.
Vielleicht hören wir deshalb Gott nicht mehr richtig,
weil uns die anderen Dinge zu wichtig.
Vielleicht kennen wir deshalb nicht mehr sein Wille,
weil Hetze und Trubel durchdringen die Stille.

Kommen wir doch neu zur Quelle,
denn an einer stillen Stelle
legt Gott seinen Anker an,
daß er mit uns reden kann.

Er hat mit Dir noch etwas vor,
drum werde still und sei ganz Ohr,
wenn Gott, der Schöpfer dieser Welt
Dir heute diese Frage stellt:
"Bist Du bereit, mir ganz zu dienen?
Bist Du bereit, die alten Schienen
zu verlassen und zu meiden?
Bist Du bereit für mich zu leiden?"

Gott redet! Ob wir ernsthaft horchen?
Wer hört und horcht, muß auch gehorchen!
Heute, wenn Gott mit Dir spricht,
dann verschließ die Ohren nicht.
Höre zu und sei darauf gefaßt,
das zu tun, was Du verstanden hast!


(Gedicht, Autor: Joachim Krebs, 2006)


  Copyright © by Joachim Krebs, www.christliche-gedichte.de
  Dieser Inhalt darf unter Einhaltung der Copyrightbestimmungen kopiert und weiterverwendet werden