Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 22.08.2018
URL: www.christliche-gedichte.de?pg=13594

Der Pharisäer

zurück zum
Beitrag



Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Lukas 18, 9-14 (Luther 1912)



Selbstgerecht schreitet er hinan
bis auf dem Tempelberg er kommet an.
Er geht hinein ins Gotteshaus,
doch plötzlich entdeckt er da: "Oh Graus!"
ein Zöllner steht mitten im Tempel zum Gebet;
dem Pharisäer schier der Gaul durchgeht.

Wie gut, betet er, dass ich nicht so einer bin
und dankt seinem Gott, legt seine Vorzüge ihm hin.
Stolzgeschwellt ist dabei seine eigene Brust,
an der Selbstbeweihräucherung hat er seine wahre Lust.

Der Zöllner dabei sich ganz als Sünder sieht,
während der Pharisäer sich in fromme Phrasen flieht.
Weil nicht sein kann was nicht sein darf,
er Gottes Gnad damit verwarf.


(Gedicht, Autor: Ekkehard Walter, 2018)


  Copyright © by Ekkehard Walter, www.christliche-gedichte.de
  Dieser Inhalt darf unter Einhaltung der Copyrightbestimmungen kopiert und weiterverwendet werden