Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 27.04.2017
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Gethsemane

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Welch schwerer Gang,
hinaus dort in den Garten,
der Heiland geht dorthin,
will nicht mehr länger warten,
s’ ist Nacht, hier draußen
ist es gänzlich stille,
die Stund’ ist da
und es geschehe Gottes Wille.

Die Jünger sind auch da,
bedrückt steh’n sie und harren,
der Dinge die da kommen -
sind es wohl Gefahren?
Der Herr ist stumm,
fängt an zu zittern und zu zagen,
von den Aposteln
wagt nicht einer ihn zu fragen.

„Kommt, wacht mit mir,“
ermahnt er sie mit Trauer!
„Ich bin betrübt bis an den Tod,
oh welche Schauder!
Ich geh’ ein wenig weiter
um zu beten.“
Die Jünger sind verwirrt,
ja fast betreten.

Der Herr fällt auf die Knie,
er ringt und flehet,
in Todesängsten er dort
kämpfend stehet,
Schweiß tropft von seiner Stirn,
oh welche Plage!
Die Last der Sünde quält den Herrn,
welch böse Tage!

Der Heiland ruft zu Gott:
„Verschon’ mich, Vater hier,
von diesem Leidenskelch,
ich bitte: Hilf du mir!
Doch nicht mein Wille, nein,
der Deine soll geschehen!“
so sehn wir Jesus
seinen Schmerzweg gehen.

Ein Engel tritt ihm nah’,
dass er ihn stärke,
gar überirdsche Kraft
braucht’ s, - dieses merke!
Dann geht der Gottesknecht zurück
zu seiner Jünger Schar,
die schlafen statt zu wachen,
ist das denn wirklich wahr?

„Oh, betet doch, anstatt zu schlafen„
sagt der Herr,
„dass ihr nicht in Anfechtung fallet“
so meint er.
Er spürt, dass sein Verräter
zu ihm naht
und dass die Häscher kommen
von dem Hohen Rat.

Verhaftet wird der Heiland
und verklagt,
er hat es seinen Jüngern
längst vorausgesagt,
geschlagen, falsch beschuldigt
und gequält,
den schweren Weg bis an das Kreuz
hat er sich selbst erwählt.

Warum hast du’s getan,
Herr Jesus, sag’ warum?
Du wolltest Menschen von der Sünde
retten, - littest stumm.
Vergebung von der Schuld und
Freiheit schenkst du, Heiland, mir,
Lamm Gottes, dir gebührt die Ehre,
Dank sei dir dafür!


(Gedicht, Autor: Heinrich Ardüser, 2017)


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