Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 16.06.2019
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Wie lange hatte Gott Geduld!

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Der Herr hat vor, sein Volk zu retten,
es zu befreien von den Ketten,
mit denen Pharao es hält.
Den Mose hat sich Gott erwählt,

zum Hirtendienst sich zubereitet;
während er Jethros Schafe weidet,
spricht Gott zu ihm von seinem Plan:
Er soll sein Volk nach Kanaan,

ins gute, weite Land nun führen.
Es soll dort gar nichts mehr entbehren.
Doch Mose sieht sein Unvermögen
und schreckt zurück vor Gottes Wegen.

Gott hat Geduld. Er kann die brauchen,
die wissen, dass sie selbst nicht taugen,
die aber trau'n auf seine Kraft
und glauben, dass er Wunder schafft.

Es dauert eine ganze Weile,
bis Mose seine Vorurteile
vor Gott, dem Herrn, hat abgebaut
und bis er ganz auf ihn vertraut.

Dann stellt ihm Gott – zu beider Freude –
den Bruder Aaron an die Seite.
Gott konnte allen Zweifel wenden
und beide zu dem König senden.

Der Pharao weiß nichts vom Herrn.
Er ist sehr hart. Es liegt ihm fern,
auf Moses Bitten einzugehen,
und lässt auch Israel nicht ziehen.

Nur schlimmer wird nun ihre Not,
und Mose fragt: „Warum, o Gott?“
Jedoch der Herr hat gut geplant:
Er will sein Volk mit starker Hand

aus dieser harten Knechtschaft führen.
Ein gutes Land soll ihm gehören.
Das war schon Abraham verheißen.
Und Gott will sich als treu erweisen.

Der König lässt sich nicht erweichen
trotz mannigfacher Wunderzeichen,
die Mose tut vor Pharao.
Die Zauberer tun ebenso.

Dann schickt Gott Hagel zum Gericht;
jedoch in Gosen hagelt's nicht.
Wer in dem Landteil Gosen wohnt,
bleibt von den Plagen jetzt verschont.

Gott kündet den Ägyptern an,
dass er vor Unglück retten kann.
Sie sollen in den Häusern bleiben
und auch das Vieh vom Felde treiben.

Nur manche lassen sich belehren.
Sie sind bereit, auf Gott zu hören,
und müssen auf dem Feld nicht sterben,
und auch ihr Vieh muss nicht verderben.

Die meisten aber kümmert's nicht;
sie halten es für ihre Pflicht,
trotz Warnung noch ihr Vieh zu weiden.
So muss Ägyptenland sehr leiden.

Kommt Pharao in große Not,
so fragt er stets nach Moses Gott,
lässt eiligst dann zu Mose senden,
der soll das Unheil von ihm wenden.

Die Bosheit dieses Königs siegt,
sobald er wieder Luft gekriegt.
Und er häuft weiter Schuld auf Schuld.
Wie lange hat doch Gott Geduld!

Der Pharao bleibt ungerührt,
als er die Bitte Moses hört,
er soll das Volk nun ziehen lassen.
Sein Widerstand ist kaum zu fassen.

Da drängen gar des Königs Knechte,
dass er das Volk entlassen möchte.
Doch er steht unter böser Macht;
im Herzen ist es finst're Nacht.

Und finster ist es auch im Land.
So greift Gott ein mit starker Hand
und schickt das furchtbarste Verderben:
Die erstgebor'nen Söhne sterben.

Im ganzen Land, aus jedem Haus
trägt man den toten Sohn heraus.
In Gosen aber klagt man nicht.
Nichts ist zu sehn vom Strafgericht.

Das Volk steht unter Gottes Hut,
gerettet durch des Lammes Blut.
Als sie noch Gott Anbetung bringen,
geschieht's, dass die Ägypter drängen,

sie treiben sie aus ihrem Land.
Doch Israel sieht Gottes Hand,
die es aus schlimmer Knechtschaft führt,
ins gute Land, das ihm gehört.

König muss sie ziehen lassen.
Sie können es noch gar nicht fassen:
Kein Frondienst mehr! Vom Zwang befreit!
Wohl ist der Weg zum Ziel noch weit.

Jedoch Gott zieht vor ihnen her.
Bald kommen sie ans Rote Meer.
Hier will Gott seine Macht erweisen.
Sie sollen ihn dann dankbar preisen.

Da – oder ist sein Geist erschienen? –,
der Pharao ist hinter ihnen!
Er kommt mit seinem ganzen Heer.
Gibt es nun kein Entrinnen mehr?

Das Volk, voll Angst und ganz verzagt,
schreit laut zu Gott, es stöhnt und klagt.
Denn vor ihm ist das Rote Meer
und hinter ihm des Feindes Heer.

Doch Mose tröstet sie und spricht:
„Seht auf den Herrn, fürchtet euch nicht
vor Pharao und seinen Leuten.
Seid still, der Herr wird für euch streiten!“

Gott macht im Wasser eine Bahn,
so dass das Volk nur staunen kann.
Und es geht mitten durch das Meer.
Der Pharao mit seinem Heer

folgt ihnen ... Doch was ist geschehen?
Man kann nur einen Wirrwarr sehen.
Mit Ungestüm stürzt Gott die Wagen.
Die Reiter sind erstarrt. Sie sagen:

„Der Herr kämpft für sie, lasst uns fliehen!“
Doch Gott will sie nicht länger sehen.
Das Wasser kommt zurück, o Schrecken,
um Ross und Wagen zu bedecken.

Sie sterben in dem Roten Meer,
der Pharao samt seinem Heer.
Wie lange hatte Gott Geduld!
Nun ist es voll, das Maß der Schuld.

Doch Israel rühmt Gottes Hand
und glaubt: Gott führt uns in das Land.
Und weiter geht's auf Gottes Bahn
getrost in Richtung Kanaan.

(nach 2.Mose 3-15)


(Gedicht, Autor: Toni Jung (1918 – 2014))


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