Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 30.03.2020
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O Gott, des starke Hand die Welt

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1. O Gott, des starke Hand die Welt
erschaffen hat und noch erhält,
ich fühle Deine Güte!
Ich spüre sie an jedem Ort,
ganz nahe hier und ferne dort,
mit preisendem Gemüte.
Wenn ich an Dich still mich wende,
kommt behende zu mir Armen,
Deine Liebe, Dein Erbarmen.

2. Seh´ ich den hohen Himmel an,
soweit ich ihn durchschauen kann,
so schau ich nichts, denn Güte.
Der Himmelslichter Lauf und Macht,
das Sternenheer voll heil´ger Pracht
bezeuget dem Gemüte:
Mächtig, Prächtig, hochzuloben
ist dort oben der regieret,
und das Weltenzepter führet!

3. Wenn Luft und Sturm mich wehet an,
wenn ich anseh´ der Wolken Bahn,
so fühl ich Deine Güte.
Das Wasser, Sommer, Herbst und Eis
ruft mich zu Deines Namens Preis
im innersten Gemüte;
dass ich herzlich Deine Ehren
zu vermehren, mich bestrebe,
und den Geist zu Dir erhebe.

4. Ich sehe, Herr, Dein Erdreich an,
das Brot und Kleid gibt jedermann,
und schmecke Deine Güte.
Ich rieche, seh´ und höre sie,
mit tausendfacher Melodie
schallt sie mir ins Gemüte,
dringt mich, zwingt mich,
Dich zu finden, zu empfinden,
mich zu sehnen, Herr, nach Dir
mit Freudentränen.

5. Schau ich, o Herr, mich selber an,
so weit ich mich durchschauen kann,
so seh´ ich nichts, als Güte.
Hier ist mein Fuß, das Herz, die Hand,
das Aug´ und Ohr, Sinn und Verstand,
ein wallendes Gemüte!
Freudig will ich Dir sie wieder,
Herz und Glieder, ganz ergeben,
denn Du ziehst mich, o mein Leben!

6. O großer Schöpfungsgott!
Hilf mir, und zeuch stets näher mich zu Dir
durch Deine sel´ge Güte!
Erhalt´ zu Deinem Dienst und Preis
mir Seel´ und Leib, dass Dein Geheiß
und Wort ich treu behüte!
Lass mich, bitt ich, mich´s erlangen,
anzuhangen Dir hienieden,
bis ich geh´ zum ew´gen Frieden!


(Lied, Autor: Valentin Ernst Löscher (1673 - 1749))