Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 13.11.2019
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O unerforschte, höchste Macht

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1. O unerforschte, höchste Macht,
du Urquell aller Leben!
Wer zählt, was du hervor gebracht,
uns gibst und schon gegeben?
Wer die Geschöpf´ auf Berg´ und Tal?
Wer misst der goldnen Sterne Zahl?
Wer Tiere, Menschen, Welten?

2. Herr, der du Erd´ und Himmel füllst,
des Himmel sind und Erde!
Es schafft und wirket, was du willst,
dein still fortschallend Werde!
Nichts ist zu hoch für deine Kraft,
zu tief nichts; alles, alles
schafft dein tiefverborg´ner Wille.

3. Du willst und winkst: So stehet schnell
dein Werk nach deinem Willen!
Du sprichst: die ew´ge Nacht wird hell,
und Wesensheere füllen den leeren Raum;
und alles lebt, und fühlt sich,
freut sich, jauchzet, webt
in tausendfachen Kräften.

4. O hohe Hand, die alles hält
und lenket, Erd´ und Meere,
den Ufersand, den niemand zählt,
und alle Sonnenheere!
O Quell des Lebens und des Lichts,
Gott, ohne dich, wie alles nichts!
Anbetung dir, o Erster!

5. O du, vor dessen Angesicht
Zehntausend Sonnen prangen!
Gott, welche, welche Zuversicht
kann fest g´nug dich umfangen?
Du bist, was ich nicht bin!
du hast viel mehr, als meine Seele fasst,
als alle Seelen fassen!

6. Ich bete dich mit Ehrfurcht an,
Allmächtiger Beleber!
Du gibst, was niemand geben kann,
unendlich reicher Geber!
In jeder Ohnmacht, jeder Not,
verlassen ganz, in Nacht und Tod,
o Allmacht, bist du nahe!

7. O Allmacht, außer mir zu sehn,
und in mir zu empfinden,
in allen tiefen, allen Höhn
zu suchen, leicht zu finden!
O Allmacht, die mich schuf und trägt,
mich ganz belebt, mich stets bewegt,
sei ewig hochgepriesen!


(Lied, Autor: Johann Caspar Lavater (1741 - 1801))