Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 10.04.2020
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O Ursprung des Lebens

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1. O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht,
da niemand vergebens sucht was ihm gebricht;
lebendige Quelle, die lauter und helle
sich aus seinem heiligen Tempel ergießt
und in die begierigen Seelen einfließt!

2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir,
was ewiglich nähret, der komme;
allhier sind himmlische Gaben, die kräftiglich laben;
er trete im Glauben zur Quelle heran,
hier ist, was ihn ewig beseligen kann.

3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürstet nach dir;
o Liebster, bewirte dein Schäflein allhier.
Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen,
du siehest, wie elend und dürstig ich bin;
auch gibst du die Gaben aus Gnaden nur hin.

4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut,
und wen du begabest, findt ewiges Gut.
Wenn man dich genießt, wird alles versüßt;
es singet, es springet das jauchzende Herz,
es weiß nichts von Kummer und nagendem Schmerz.

5. Drum gib mir zu trinken, wies dein Wort verheißt;
laß gänzlich versinken den sehnenden Geist
im Meer deiner Liebe. Laß heilige Triebe
mich immerfort treiben zum Himmlischen hin;
es werde mein Herze beseligt darin.

6. Wenn du auch vom Leiden mir schenkest was ein,
so gib, dir mit Freuden gehorsam zu sein.
Denn alle die, welche mittrinken vom Kelche,
den du hast getrunken im Leide allhier,
die werden dort ewig sich freuen mit dir.

7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt da,
wo deine Herden kein Leiden mehr drückt,
wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille,
wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt,
wo heiliges Leben wird ewig belohnt.


(Lied, Autor: Chr. Jakob Koitsch (1671 - 1735)