Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 22.08.2019
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Was alle Weisheit in der Welt

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1. Was alle Weisheit in der Welt,
bei uns hier kaum kann fassen,
das läßt Gott aus dem Himmelszelt
in alle Welt erschallen,
daß er alleine König sei,
hoch über alle Götter,
groß, mächtig, freundlich, fromm und treu,
der Frommen Schutz und Retter,
Ein Wesen, drei Personen.

2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist
heißt sein hochheilger Name;
so kennt, so nennt, so rühmt und preist
ihn der gerechte Name,
Gott Abrahams, Gott Isaaks,
Gott Jakobs, den er liebet,
Herr Zebaoth, der Nacht und Tag
uns alle Gaben gibet
und Wunder tut alleine.

3. Der Vater hat von Ewigkeit
den Sohn, sein Bild, erzeuget;
der Sohn hat in der Füll der Zeit
im Fleische sich gezeiget;
der Geist geht ohne Zeit herfür
vom Vater und vom Sohne,
mit beiden gleicher Ehr und Zier,
gleich ewig, gleicher Krone
und ungeteilter Stärke.

4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut,
dein Schatz, dem keiner gleichet;
das ist dein Freund, der alles tut,
was dir zum Heil gereichet,
der dich gebaut nach seinem Bild,
für deine Schuld gebüßet,
der dich mit wahrem Glauben füllt
und all dein Kreuz durchsüßet
mit seinen heilgen Worten.

5. Erhebe dich, steig zu ihm zu
und lern ihn recht erkennen!
Denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh
und macht die Seele brennen
in reiner Liebe, die uns nährt
zum ewgen Freudenleben,
da, was allhier kein Ohr gehört,
Gott wird zu schauen geben
den Augen seiner Kinder.

6. Weh aber dem verstockten Heer,
das sich hie selbst verblendet,
Gott von sich stößt und seine Ehr
auf Kreaturen wendet!
Dem wird gewiß des Himmels Tür
einmal verschlossen bleiben;
denn wer Gott von sich treibt allhier,
den wird er dort auch treiben
von seinem heilgen Throne.

7. Ei nun, so gib, du großer Held,
Gott Himmels und der Erden,
daß alle Menschen in der Welt
zu dir bekehret werden.
Erleuchte, was verblendet geht,
bring wieder, was verirret,
reiß aus, was uns im Wege steht
und freventlich verwirret
die Schwachen in dem Glauben.

8. Auf daß wir also allzugleich
zur Himmelspforte dringen
und dermaleins in deinem Rreich
ohn alles Ende singen,
daß du alleine König seist,
hoch über alle Götter,
Gott Vater, Sohn und heilger Geist,
der Frommen Schutz und Retter,
Ein Wesen, drei Personen.


(Lied, Autor: Paul Gerhardt (1607 - 1676))