Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 27.05.2020
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Nun bricht die finstre Nacht herein

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1. Nun bricht die finstre Nacht herein,
des Tages Glanz ist tot;
jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein,
geh, rede erst mit Gott!

2. O Gott, du großer Herr der Welt,
den niemand sehen kann,
du siehst ja mich in deinem Zelt,
hör auch mein Seufzen an!

3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht,
der war besonders dein;
drum hat er auch bis in die Nacht
mir sollen heilig sein.

4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn,
denn ich bin Fleisch und Blut
und pfleg es öfters zu versehn,
wenn gleich der Wille gut.

5. Nun such ich deinen Gnadenthron,
sieh meine Schuld nicht an
und denke, daß dein lieber Sohn
für mich genug getan.

6. Schreib alles, was man heut gelehrt,
in unsre Herzen ein
und lasse die, so es gehört,
dir auch gehorsam sein.

7. Erhalte ferner noch dein Wort
und tu uns immer wohl,
damit man stets an diesem Ort
Gott diene, wie man soll.

8. Indessen such ich meine Ruh;
o Vater, steh mir bei
und gib mir deinen Engel zu,
daß er mein Wächter sei.

9. Gib allen eine gute Nacht,
die heute recht gelebt,
und bessre den, der unbedacht
hat wider dich gestrebt.

10. Sofern dir auch mein Tun gefällt,
so hilf mir morgen auf,
daß ich noch ferner in der Welt
vollbringe meinen Lauf.

11. Und endlich führe, wenn es Zeit,
mich in den Himmel ein,
da wird in deiner Herrlichkeit
mein Sabbat ewig sein.


(Lied, Autor: Kaspar Neumann (1648 - 1715))